Der im Jahr 1990 geborene österreichische Künstler mit Wurzeln in der Weststeiermark liebt es sich durch Malerei zum Ausdruck zu bringen. Abstrakte Arbeiten mit Gips, Acryl und Ölfarben, Sprayfarben und Kohle, genauso wie moderne Skulpturen aus dem 3D-Drucker finden ihren Weg in sein Atelier. Nackte Körper, Symbole für Lust, Abenteuer und Coolness, sowie Neuinterpretationen des Memento Mori können unter seinen Motiven wiedergefunden werden. Teilweise wie getarnt wirkende, mit imperialem Schwarz zum Leben erweckte Darstellungen von Figuren und Gesichtern sind ebenso prominenter Bestandteil von Böhmers Arbeiten wie die oft kräftige Farbkombinationen. Böhmers Arbeiten kombinieren sexuelle Energien und synthetische Mystik zu einer Reise, die sich anfühlt als würde man ein indisches Holi Festival in einer spätgotischen Kathedrale feiern. Hinter der Achterbahnfahrt aus kruden Oberflächen und harten Pinselstrichen, gepaart mit fein nuancierten Farbdetails, verbirgt sich allerdings mehr als nur purer Brustfetischismus. Jan Böhmers Arbeiten unterliegen dem künstlerischen Ansatz keinen langfristigen künstlerischen Ansatz zu besitzen. Vielmehr ist dieser temporärer Natur und bezieht sich auf ein Portfolio von Erfahrung im Geiste, stetiger Weiterentwicklung des künstlerischen Selbsts, Böhmers aktueller Umwelt, sowie diverser ständig wechselnder externer Faktoren. Jan Böhmer beschreibt seine Laufbahn als eine Exkursion, die ihn immer wieder zu neuen Ideen und Erkenntnissen bringt. Er versucht seine Arbeiten und seine Herangehensweise ständig zu erweitern, zu entwickeln und zu verändern. Böhmer erzeugt immer wieder neue Sichtweisen. Sichtweisen, die er nur zu gerne mit den Betrachtern seiner Arbeiten teilen möchte. Kunst und Kultur sind in Böhmers Augen untrennbar mit der Essenz der Menschlichkeit verbunden. Er versucht mit seinen Arbeiten Unvorstellbares zu erschaffen und Gefühlsregungen auszulösen. Es macht ihm großen Spaß mit Menschen zu diskutieren und ihre Sichtweisen kennenzulernen. Seine Kunst dient hierbei als Medium. Die daraus resultierenden Dialoge mit Gegenspielern, aber auch Befürwortern sind für den Künstler der Antrieb seine Reise durch die Kunstwelt und auch durch sein Ego anzutreten. Sein aktueller künstlerischer Ansatz, zu dem er auf der jetzigen Zwischenstation seiner endlosen Reise gefunden hat, stellt den Künstler selbst als eine Art Demiurg dar, der mit der Welt, in der er lebt interagiert. Es ist ein Spiel mit den Perspektiven. Es ist Böhmers Ziel das nach außen getragene Schaffen, immer weiter der ursprünglichen Idee des eigenen Geistes anzunähern, quasi eine Konvertierung von der abstrakten zur materiellen Welt. Der Betrachter soll zum Denken und zum Philosophieren angeregt werden. Es soll ein Austausch zwischen den unterschiedlichsten Menschen entstehen, die dasselbe Werk betrachten.